Geschichtliche Entwicklung des Vereins

Im Jahre 1950 gegründet, zählt er zu den ältesten Reitvereinen im Bezirk Hannover/Bremen. Der Gedanke der Vereinsgründung entstammte einer kleinen Gruppe Reitern aus der Region, die sich damals regelmäßig zum sonntäglichen Abteilungsreiten in der Leinemasch trafen. Gründungsmitglied A. Linnarz übernahm als erster den Vorsitz beim Reit- und Fahrverein Gronau.

Die Mitgliederzahlen stiegen schnell an, anfänglich gegründet durch 4 Mitglieder, zählt der Verein heute über 200.
Durch die Ausrichtung von größeren Reitturnieren in den Anfangsjahren erwarb sich der Verein schon früh einen Namen im Bezirk. Heute richtet der Verein alle zwei Jahre Spring- und Dressurturniere (bis Klasse M) auf dem beschaulichen Vereinsplatz am Leineufer in Gronau aus.

Trainingsstunde auf dem Vereinsgelände (1954), Willy Helmedach mit Einspänner
Trainingsstunde auf dem Vereinsgelände (1954), Willy Helmedach mit Einspänner

 

Bereits 1951 richtete der RFV das erste Turnier aus. Über 150 Teilnehmer gingen bei der ersten "Pferdesportschau", so der damalige Name, an den Start. Über 4000 Besucher zählten die damaligen Helfer auf dem Turnierplatz.

Darüber ein Zeitzeuge (Heinrich Brinkmann, Betheln):
"Der Turnierplatz war so voll, man kam vor lauter Zuschauern gar nicht in den Parcours. Der Parcours war für Pferd und Reiter anspruchsvoll gestaltet, aber zu schaffen. Bis auf einen Sprung: das Gatter. Hier verweigerten tatsächlich alle Pferde am Samstag, sogar das des Olympia-Military-Siegers Karl Wagner, der auch an dieser Prüfung teilnahm. Alle Pferde scheuten vor diesem Sprung. Am Samstagabend ließen sich viele Reiter über diesen "Höllensprung" aus, da am Sonntagmorgen weitere Prüfungen über diesen Sprung angesetzt waren. Doch als die Helfer am Sonntagmorgen den Platz betraten, war der Sprung jedoch verschwunden. Einer der Reiter muß sich wohl über dieses Hindernis so geärgert haben, dass er es kurzerhand in einer nächtlichen Aktion in der Leine verschwinden ließ."

Zum 25-jährigen Jubiläum 1975 fanden die Bezirksmeisterschaften einmalig in Gronau statt. Der Bezirksverband Hannover - Süd beauftragte damals den Verein mit der Ausrichtung dieses Events.

Astrid Smolinski mit Ashanti, Landesmeisterschaften 2000 in Hannover
Astrid Smolinski mit Ashanti, Landesmeisterschaften 2000 in Hannover

Persönlichkeiten
Eine Reihe erfolgreicher Reiter und Pferde sind aus dem Verein hervorgegangen.
Fritz Thiedemann, mehrfacher Deutscher Meister, ritt lange Zeit mit dem Gronauer Reiter Heinrich Kohlenberg gemeinsam in der  Kavellerieschule Hannover im Jagdstall. Heinrich Kohlenberg sowie General a.D. Nord zählten unter anderem in den 50ern mit zu den erfolgreichen Dressurreitern des Vereins. Das im Besitz des Gronauer Arztes Dr. Klusmann befindliche Pferd "Dux", das der Welt- und Europameister im Dressurreiten Dr. Rainer Klimke ihm abkaufte, wurde anfangs von dem Gronauer Reiter Willy Helmedach ausgebildet und trainiert. Später gewann Dr. Rainer Klimke mit Dux einen Titel bei den Olympischen Spielen.

 

Willy Helmedach war ein Allroundtalent, neben der Dressur praktizierte er auch Springreiten. In Osterode konnte er in den 60er Jahren einen Sieg vor der gesamten deutschen Olympia-Military-Mannschaft erzielen. Diese nutzten die auf dem Turnier in Osterode ausgeschriebene Geländeprüfung als letzte Vorbereitung zu den Weltmeisterschaften in Helsinki.

Friedrich Wettberg zählte ebenfalls zu den großen Springreitern des Vereins. In den 60er Jahren erhielt er die Qualifikation zu den deutschen Meisterschaften in Berlin. So nahm also das Vereinsmitglied Friedrich Wettberg am Großen Preis von Deutschland in Berlin mit seinem damaligen Pferd Korea teil. Er landete bei diesem Hallenturnier unter all den internationalen Reitern auf Platz 10. Platz eins belegte ein Spanier, Platz zwei ein Italiener, auf Platz drei kam dann der deutsche Reiter Günter Rodenberg mit seinem damaligen Pferd Hanna.

Der RFV Gronau hat seit 1954 Mannschaften im Springen zu den Turnieren im Kreis geschickt. Kreismeisterschaften in Hildesheim: RFV-Gronau mehrfacher Sieger mit der Dressurmannschaft.

Fahrdressurprüfung (Pferde: Erle & Anette)
Fahrdressurprüfung (Pferde: Erle & Anette)

Dazu ein Zeitzeuge:
"Meistens lieferten wir uns Duelle mit der Mannschaft vom RFV Harsum. Mal gewannen wir, mal die Mannschaft des Harsumer Vereins. Trotzdem verstanden wir uns immer blendend mit den Harsumern, oft unterhielt man sich gemeinsam nach den Prüfungen", so Heinrich Brinkmann, der seit den Anfängen des Vereins dabei ist.

Mindestes ein Familienmitglied der Brinkmanns aus Betheln war immer bei den Mannschaften des RFV Gronau mit aufgestellt. Von 1954 an ritt Heinrich Brinkmann sen. mit in der Mannschaft. Mit seinem besten Pferd "Prinz" konnte er damals unter den Olympiareitern in Nörten-Hardenberg einen zweiten Platz im M-Springen erzielen, an dem die gesamte deutsche Springelite teilnahm. Heinrich Brinkmann jun. führte die Passion des Vaters weiter. Er nahm bis in die 90er Jahre an Mannschaftspringen, an denen sich der Verein beteiligte, sowie an zahlreichen Einzelprüfungen bis Kl. L erfolgreich teil.


Gemeinschaftssinn, Stimmung und gute Laune sind neben dem fairen Leistungssport ebenso Prämissen des Vereins.